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Was kann ein EU-Erdölembargo gegen den Iran bewirken?

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Was kann ein EU-Erdölembargo gegen den Iran bewirken?

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Die EU will ihre Sanktionen gegen den Iran verschärfen – aus Washington kommt Beifall.

Grund ist das von der IAEA im November dokumentierte Atomwaffenprogramm des Iran.

Die 27 EU-Staaten wollen aus Protest dagegen ihre Erdöleinfuhren stoppen. Teheran reagiert verärgert.

Die dortige Führung leugnet, Atomwaffen produzieren zu wollen.

Beschlossen sind die EU-Sanktionen noch nicht.

Die Länder im Süden sind stärker betroffen als jene im Norden der EU. Der griechische Außenminister erklärte, man diskutiere noch die Schwierigkeiten, die durch die Situation im Iran entstanden sind. Griechenland meine, es bedürfe sorgfältiger und koordinierter Studien.

Aus dem Verkauf von Erdöl finanziert der Iran 60 Prozent seines Staatshaushaltes. Der Anteil der EU am iranischen Ölexport liegt nur bei 18 . Die sind aber ungleich verteilt. Italien bezieht 40 % seines Erdöl aus dem Iran, Griechenland sogar 50, auch Spanien und Belgien sind Großkunden.

Um das auszugleichen, richtet die EU ihren Blick nach Saudi Arabien und Libyen. Der Ölpreis ist mal wieder am Steigen, der Iran spricht schon von 200 Dollar pro Barrel.

Damit dürfte die Spekulation verbunden sein, die angeschlagene Weltwirtschaft könnte am Ende durch hohe Preise mehr verlieren als der Iran durch einen EU-Boykott. Der iranische Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast sagt ganz klar, zuerst würden die westlichen Länder selber unter dem Embargo leiden.

Begründung:

Asien mit seinem steigenden Energiebedarf stehe schon als Abnehmer bereit. Deshalb halte man dort auch wenig von so einem Embargo.

Der Marktexperte Jonathan Barratt sieht diplomatische Turbulenzen heraufziehen.

Er meint der Iran würde dann Indien, China und Japan einen guten Preis machen, um sein Öl zu verkaufen – während die USA und andere versuchen würden, Druck auszuüben und ihr Öl von anderen Märkten zu beziehen.

Ein Druckmittel hat Teheran noch mit der Straße von Hormus. Der Iran hat schon gedroht, sie für den internationalen Schiffsverkehr zu sperren.

Durch diese Meerenge gelangen aber derzeit 40% des auf dem Seeweg transportierten Erdöls.

Angesichts der demonstrativen iranischen Seemänöver in dieser Region hat die US-Regierung betont, sie werde die Freiheit der internationalen Seewege gewährleisten.