Eilmeldung

Eilmeldung

Wulff: Fehler ja, aber keine Rechtsbrüche

Sie lesen gerade:

Wulff: Fehler ja, aber keine Rechtsbrüche

Schriftgrösse Aa Aa

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff will nicht zurücktreten, auch wenn aus seiner Kreditaffäre von Mitte Dezember jetzt noch eine Medienaffäre geworden ist. Seine Verteidigungslinie im Fernsehinterview mit ARD und ZDF: Fehler ja, aber keine Rechtsbrüche.

Als klaren Fehler bezeichnete Wulff den Versuch, die Berichterstattung über einen Hauskredit aufzuhalten – nicht zu verhindern.

Christian Wulff:

“Der Anruf bei dem Chefredakteur der BILD-Zeitung war ein schwerer Fehler, der mir leidtut, für den ich mich auch entschuldige.”

Wegen eines zinsgünstigen 500 000-Euro-Hauskredits war Wulff massiv in die Kritik geraten. Entgegen früheren Erklärungen hatte er mit dem Unternehmer Egon Geerkens direkt über den Kredit verhandelt, den er schließlich von dessen Ehefrau Edith bekam.

In der Opposition blieben nach dem Interview Zweifel, ob Wulff dem Amt noch gewachsen ist.

Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin Bündnis 90/Die Grünen:

“Ich hätte mir mehr Rückgrat und vor allem eine offensive Entschuldigung vor ihm erwartet. Die Vorwürfe zum Hausbaukredit sind im Wesentlichen nicht ausgeräumt – er hat dazu nichts Weiteres gesagt.”

Die Bild-Zeitung widersprach Wulffs Darstellung: “Das war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden”, sagte der stellvertretende Chefredakteur Nikolaus Blome.

Zurücktreten oder nicht ? In einer Forsa-Umfrage vor Wulffs Fernsehauftritt war die öffentliche Meinung in Deutschland genau halbe-halbe (46%:46%).

mit dpa