Eilmeldung

Eilmeldung

Murks bei Brust-Implantaten - hunderttausende Frauen alarmiert

Sie lesen gerade:

Murks bei Brust-Implantaten - hunderttausende Frauen alarmiert

Schriftgrösse Aa Aa

Rausoperieren lassen oder nicht ? Bis zu eine halbe Million Frauen weltweit tragen ein unkalkulierbares Risiko mit sich herum: Minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP – die Billig-Silikonkissen reißen, der Inhalt: nicht für Gesundheitszwecke zugelassenes Industriesilikon.

Frankreichs Gesundheitsminister Xavier Bertrand:

“Ich will eine Änderung der europäischen Gesetzgebung. Medikamente müssen vor der Vermarktung genehmigt werden. Das gilt nicht für medizinisches Material. Wir brauchen auch dafür ein Genehmigungsverfahren, vor allem für die Produkte mit den größten Gesundheitsrisiken. Das ist ein großer Einschnitt und er ist notwendig.”

Die Produktion der gefährlichen Polster wurde vom TÜV Rheinland überwacht, in Zusammenarbeit mit dem Hersteller.

Der Anteil der Schönheitsoperationen mit PIP-Polstern ist nicht bekannt, vor allem Argentinien, Columbien und Brasilien waren jahrelang Ziel von Medizintouristinnen.

Inzwischen wurde bekannt, dass PIP auch Pölsterchen für Männer hergestellt hat.

In Frankreich sind mindestens 20 Frauen mit PIP-Silikonbusen des französischen Implantate-Herstellers PIP an Krebs erkrankt – ein Zusammenhang ist bisher nicht erwiesen. Mehr als 1600 Implantate mußten bisher aus medizinischen Gründen entfernt werden.

Die Firma PIP ist pleite. Der Gründer hat die Tricksereien zugegeben.

mit Reuters, AFP, dpa