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Uneinigkeit im Skandal um Billig-Brustimplantate

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Uneinigkeit im Skandal um Billig-Brustimplantate

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Im Skandal um die Billig-Brustimplantate rät nach Frankreich nun auch Deutschland, die Silikonkissen herausnehmen zu lassen. Das teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit.

In Großbritannien wird dagegen keine vorsorgliche Entfernung empfohlen. Laut einem Experten-Bericht gebe es dazu keinen Anlass. Gesundheitsminister Andrew Lansley erklärte: “Wir empfehlen es nicht, weil es keine Beweise für eine Gesundheitsgefährdung gibt, weder toxischer Art noch konnte eine Verbindungen zu Krebs hergestellt werden. Es sollte hier nicht übertrieben werden. Aber wenn Betroffene besorgt sind, werden wir sie natürlich unterstützen.”

Nach Regierungsangaben will die staatliche Krankenversicherung NHS dafür aufkommen.

Weltweit leben rund 400.000 Frauen mit dem als Baumaterial entwickelten Industriegel in ihrem Körper.

Die nicht normgerechten Implantate des französischen Herstellers PIP wurden vor allem Frauen in Großbritannien, Frankreich, Brasilien und Argentinien eingesetzt.

In dem Skandal muss sich demnächst der TÜV Rheinland vor Gericht verantworten. Der Gründer des inzwischen pleite gegangenen Unternehmens, Jean-Claude Mas, gab eine bewusste Täuschung des TÜV zu. Seinen Angaben zufolge enthielten 75 Prozent der hergestellten Implantate nicht zugelassenes Gel aus Eigenproduktion.