Eilmeldung

Eilmeldung

Europaparlament will Steuer auf Finanztransaktionen

Sie lesen gerade:

Europaparlament will Steuer auf Finanztransaktionen

Schriftgrösse Aa Aa

Über eine Steuer auf Finanztransaktionen, von der bei dem Treffen zwischen Merkel und Sarkozy in Berlin erneut die Rede war, wird seit Beginn der Finanzkrise gestritten. Befürworter glauben, Spekulationen liessen sich damit stoppen und die Finanzmärkte beruhigen. Gegner kritisieren, die Geldhäuser könnten die Gebühren an die Anleger weitergeben. Im Europaparlament macht sich der Ausschuss für Wirtschaft und Währung dafür stark. “Ich habe Bedenken gegen den Vorstoß Frankreichs, die Steuer auch im Alleingang durchzusetzen”, so die griechische Europa-Abgeordnete Anni Podimata. “Sie sollte EU-weit eingeführt werden, um zu vermeiden, dass der EU-Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen aufgesplittert wird.” Voraussichtlich im April wird das Europaparlament über eine solche Steuer abstimmen. Großbritannien ist gegen die Steuer, denn sie würde den Finanzplatz London gefährden. Britische Investoren werden allerdings besteuert, nicht aber von Ausländern getätigte Transaktionen. “Banken entrichten in Großbritannien bereits eine Steuer”, erinnert der britische Europa-Abgeordnete Ashley Fox. “Es ist nicht fair, eine europäische Transaktionssteuer zu fordern, denn 70 Prozent der Finanzindustrie sind in London ansässig. Ich vermute, dass Sarkozy aus diesem Grund so heftig dafür eintritt. Ich würde ihm stattdessen eine Steuer auf Käse empfehlen.”