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Toter bei Benzinpreisprotesten in Nigeria

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Toter bei Benzinpreisprotesten in Nigeria

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Bei den Protesten gegen die Abschaffung der Benzinsubventionen sind in Nigeria am Montag ein Demonstrant getötet und zwei Dutzend Menschen verletzt worden. Mehrere Gewerkschaften hatten zu einem unbefristeten Ausstand aufgerufen. In weiten Teilen des Landes kam das öffentliche Leben zum Erliegen.

“Sie halten uns für Idioten, aber wir sind verantwortungsvolle Nigerianer, die ihre Meinung kundtun. Und wir meinen, sie müssen die Preiserhöhungen zurücknehmen”, verlangt Fernmeldetechniker Chris John in Lagos.

In einem Vorort von Lagos erschoß die Polizei einen Mann, im nordnigerianischen Kano wurden 18 Menschen verletzt, als die Polizei mit Tränengas und unter Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten vorging.

Zum 1. Januar hatte die Regierung die Treibstoffsubventionen abgeschafft. Daraufhin hatten sich die Benzinpreise etwa verdoppelt. Nigeria ist das größte Öl-Förderland Afrikas. Nach Angaben der internationalen Ölkonzerne wird die Ölförderung von dem Ausstand nicht beeinträchtigt. Sie erfolgt weitgehend automatisch, die Anlagen werden bewacht. Von den Subventionen haben nach Ansicht von Wirtschaftswissenschaftlern vor allem die Mittel- und Oberschicht profitiert, sowie Schmuggler, die das billige Benzin im Ausland verkauften. Die Regierung will die eingesparten Mittel in die Entwicklung des Landes und das Bildungswesen stecken.