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Französischer Untersuchungsbericht entlastet den Präsidenten Ruandas

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Französischer Untersuchungsbericht entlastet den Präsidenten Ruandas

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Fast 18 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda kommt ein französischer Untersuchungsbericht zu dem Ergebnis, dass der Präsident des Landes, Paul Kagame, nicht für den Tod des früheren Staatschefs Juvenal Habyarimana verantwortlich ist. Zuvor hatte man angenommen, Habyarimanas Flugzeug sei von Kagames Männern abgeschossen worden. Erst 2008 waren Ermittlungen eingeleitet worden, die Kagame entlasteten. Kagames Anwalt zeigte sich erleichtert: “Ich bin autorisiert, Ihnen zu sagen, dass die ballistischen Untersuchungen die Annahme stärken, dass die Raketen aus dem Lager der Präsidentengarde kamen. Das heißt, dass wir einen Schlusstrich unter viele Jahre der Lügen und der Manipulationen in dieser Affäre ziehen können.”

Im April 1994 war der Jet von Juvenal Habyarimana, der der Volksgruppe der Hutu angehörte, im Landeanflug auf die Hauptstadt Kigali abgeschossen worden. Laut dem neuen Untersuchungsbericht kam die Rakete aus Habyarimanas eigenem Lager auf dem Kanombe-Hügel. Nach dem Attentat waren mindestens 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu getötet worden. Der Massenmord nahm erst ein Ende, als eine eine von Paul Kagame geführte Exilarmee aus Uganda in Ruanda einmarschierte.