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Museen in Bosnien-Herzegowina müssen wegen Geldmangels schließen

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Museen in Bosnien-Herzegowina müssen wegen Geldmangels schließen

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Die Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen in Bosnien-Herzegowina wirken sich jetzt auch auf den Kultursektor aus: Die wichtigsten kulturellen Einrichtungen müssen wegen Geldmangels schließen, darunter auch das 125 Jahre alte Nationalmuseum, das über die wichtigste Sammlung archäologischer Ausstellungsstücke des Landes verfügt.

Der Direktor des Museums, Adnan Busuladizic, macht sich vor allem Sorgen um die Sicherheit der Exponate. “Die Polizei muss das Gebäude bewachen, um Plünderungen zu vermeiden”, meint er, und: “Wir übernehmen keine Verantwortung, wenn die Ausstellungsstücke von Kälte und Feuchtigkeit beschädigt werden.”

Betroffen sind insgesamt sieben Institutionen, darunter auch das Historische Museum und die Nationalbibliothek. Bosnische, kroatische und serbische Politiker konnten sich nicht über die Finanzierungsmodalitäten einigen – die Museen erhielten zuletzt so gut wie keine finanziellen Mittel mehr und können ihre Betriebskosten nicht mehr decken.

Viele Bosnier sehen im Abkommen von Dayton von 1995 die eigentliche Ursache der Misere. Bosnische Künstler beklagen, dass die kulturelle Substanz des Landes darin ignoriert worden sei.