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Französischer Reporter in Syrien getötet

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Französischer Reporter in Syrien getötet

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In der syrischen Oppositionshochburg Homs ist ein französischer Journalist getötet worden.

Gilles Jacquier war für den französischen Sender France 2 unterwegs – ein Berichterstatter mit Erfahrung in Konfliktregionen wie dem Kosovo, Zaïre, Algerien.

Offenbar war in Homs eine ganze Reportergruppe unter Beschuss geraten. Nach syrischen Medienberichten wurden bei dem Angriff 25 Menschen verletzt.

Das syrische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, auch ein belgischer Journalist sei getötet und ein weiterer westlicher Reporter verletzt worden. Beide hätten eine Demonstration von Anhängern des Präsidenten Baschar al-Assad begleitet.

Assad selbst tauchte kurz und unangekündigt auf einer Kundgebung von mehreren tausend Anhängern in Damaskus auf. Der Sieg der Syrer über die ausländischen “Verschwörer” stehe bald bevor, rief er ihnen zu.

Oppositionelle kritisieren inzwischen auch die Beobachter der Arabischen Liga – sie sagten nichts zur täglichen Gewalt, wenn sie sie denn zu Gesicht bekämen.

Der Einsatz der Beobachter ist vorerst bis zum 19. Januar vorgesehen.

Ein Mann in Homs:

“Die sind nicht überall gewesen, nur in Gegenden, die ihnen sicher erschienen. Sie waren nicht da, wo die Armee das Feuer eröffnet und haben auch nicht berichtet, dass die Armee auf uns feuert.”

Einer der rund 150 Beobachter der Arabischen Liga zog sich unter Protest aus Syrien zurück. Der Algerier Anwar Malik sagte nach Medienberichten, die Beobachter gäben Assad sogar die Gelegenheit, noch mehr Menschen zu töten. Es würden auch Kinder getötet. Die Demonstranten seien friedlich.

In Syrien sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit März mehr als 5000 Menschen getötet worden. Die EU, die USA und die Türkei haben deshalb ein Waffenembargo gegen Syrien verhängt.

mit Reuters, dpa