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EZB belässt Leitzins unverändert auf Rekordtief

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EZB belässt Leitzins unverändert auf Rekordtief

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Die Europäische Zentralbank gibt dem Ruf nach einer weiteren Senkung des Leitzinssatzes vorerst nicht nach. In der ersten Ratssitzung des Jahres beließen die Währungshüter den Leitzins auf seinem Rekordtief von einem Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi begründete dies damit, dass einige Krisenstaaten Fortschritte bei der Sanierung ihrer Haushalte machten. Allerdings bleibe die Lage schwierig, sagte er: “Die andauernden Spannungen an den Finanzmärkten wirken weiterhin dämpfend auf die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Eurozone. Allerdings gibt es einige aktuelle Indikatoren, denen zufolge vorsichtige Anzeichen für eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau wahrgenommen werden. Der wirtschaftliche Ausblick bleibt sehr unsicher und enthält große Risiken einer Verschlechterung.”

Angesichts der Finanzkrise hatte die EZB den Leitzinssatz bis Mai 2009 schrittweise auf ein Prozent gesenkt. Erst im Jahr 2011 wurde er wieder erhöht, aber schon im Dezember hatte Draghi ihn erneut abgesenkt. Wegen der weiterhin schwachen Konjunktur gibt es bereits Forderungen, den Zinssatz noch weiter zu senken. Eine umstrittene Maßnahme: Niedrige Zinsen verbilligen zwar Kredite und können dadurch das Wachstum anschieben, auf der anderen Seite aber befeuern sie die Inflation. Diese lag Ende 2011 in der Eurozone bei 2,8 Prozent, vor allem wegen gestiegener Preise für Energie und Lebensmittel. Experten erwarten allerdings, dass die Teuerung bis Mitte 2012 auf 1,9 Prozent zurückgeht.