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Briten bestreiken Thatcher-Film

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Briten bestreiken Thatcher-Film

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Das englische Derbyshire, Revier der Bergarbeiter: Mitte der Achtzigerjahre probten viele von ihnen hier den Aufstand, sie traten in einen Streik, den die damalige Premierministerin Margaret Thatcher mit rigider Härte niederrang. Jetzt ist der neue Film über die Eiserne Lady auch in den Kinos hier angelaufen, und viele Menschen streiken wieder, wollen den Film nicht anschauen.

Eine der Streikenden meint, die Leute in Hollywood seien nicht die richtigen, um die Zustände unter Thatcher wahrheitsgemäß zu zeigen.

Und ein anderer gibt zu bedenken, dass Thatcher besonders den Bergbauregionen einen enormen Schaden zugefügt habe und kein Vorbild für Frauen sei.

Thatcher, so eine Frau, habe keinerlei Mitleid mit notleidenden Familien oder mit kranken Menschen gezeigt.

Der Thatcher-Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle hat viele Briten heftig berührt. Konservative glauben, die als links geltenden Filmemacherinnen wollten am Bild der Eisernen Lady rütteln. Viele Linke werfen Regisseurin und Drehbuchautorin vor, Thatchers harte Haltung etwa gegenüber den Gewerkschaften abzuschwächen. Im Süden Englands zog der Film massenhaft Menschen in die Kinos, in den Bergbauregionen im Norden hingegen zeigen sich besonders viele skeptisch.