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Keine Feierstimmung in Tunesien

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Keine Feierstimmung in Tunesien

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Die Revolution in Tunesien ist im Land immer noch Thema. Ein Jahr nach den Ereignissen haben überall viele Bürger noch mit den Folgen zu kämpfen.

Die Mutter Atefs beispielsweise trauert um ihren Sohn, der bei den Unruhen vom Militär erschossen wurde: “Sein kleiner Bruder ist ihn suchen gegangen und kam sofort mit der Nachricht zurück, dass Atef tot sei, eine Kugel habe sein Herz getroffen. Ich will, dass Gerechtigkeit geschieht. Und ich werde nicht nachgeben, bis zum letzten Atemzug werde ich dafür kämpfen und die Verantwortlichen verfolgen.”

Vielen Menschen geht es auch wirtschaftlich schlechter als vor der Revolution.

Mohammed Boughanmi wurde vor einem Jahr angeschossen, er ist seitdem behindert und erhält keine Hilfen vom Staat.

“Die Regierung sitzt auf Stühlen die mit unserem Blut getränkt sind, und sie haben uns keine Rechte gegeben,“schimpft er. “Sie sollten sich vorsehen, denn wenn es einen neuen Aufstand gibt, dann werden wir nicht nur mit Steinen kommen.”

Am Samstag will Tunesien den ersten Jahrestag der Aufstände im Januar 2011 feiern, doch die Stimmung im Land ist äußerst angespannt, die Wirtschaft schwächelt: So hat sich der Tourismus, einer der wichtigsten Einnahmequellen des Landes noch nicht wieder erholen können. Und die von den Unruhen verschreckten Investoren kehren nur zögerlich zurück.