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Streikpause: "Entspanntes" Wochenende in Nigeria

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Streikpause: "Entspanntes" Wochenende in Nigeria

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Eigentlich wollten die Streikenden in Nigeria am Wochenende die Erdölproduktion lahmlegen.

Nun hat eine der größten Gewerkschaften des Landes, der “Nigerian Labour Congress” (NLC), ein “entspanntes” Wochenende angekündigt. Zwei Tage Generalstreikpause. Zeit für Gespräche mit der Regierung über die umstrittene Streichung der Spritsubventionen.

Inzwischen melden sich sogar Einzelne zu Wort, die das Ende der Preisabschläge gut finden.

Famous Daunemigha, Veranstalter von Demonstrationen:

“Das bringt unseren Raffinerien Arbeit, die freiwerdenden Gelder können in die Entwicklung unseres ganzen Landes umgeleitet werden.”

Julius Jonathan, ein Sprecher der Demonstranten:

“Wir unterstützen den Präsidenten. Wenn der Präsident des Landes eine Entscheidung trifft, sollte das Land ihm eine Chance geben.”

Die Treibstoffpreise haben sich in Nigeria seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt.

Mehr als acht Millionen Nigerianer verschiedener Branchen haben sich bisher an dem Ausstand beteiligt, der das westafrikanische Land lahmgelegt hat. Während fünf Tagen Generalstreik starben mindestens fünf Menschen bei Zusammenstößen.

Allerdings: “Wenn bis Montag nichts geschieht,” drohte Gewerkschaftschef Abdulwaheed Omar (NLC), “dann kommt es zur Mutter aller Streiks.”

Nigeria ist zwar der größte Ölproduzent Afrikas.

Die meisten Menschen leben jedoch in bitterer Armut. Zudem leidet der bevölkerungsreichste Staat Afrikas unter einer religiös motivierten Terrorwelle.

mit Reuters, AFP, dpa, AP