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Frankreich: Sarkozys Rating-Alptraum

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Frankreich: Sarkozys Rating-Alptraum

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Frankreich trauert um sein verlorenes A und sucht nach einem Schuldigen. Die angeschlagene Regierung um Präsident Nicolas Sarkozy versucht den Verlust der Bestnote herunter zu spielen. Ministerpräsident Francois Fillon erklärte: “Wir haben mit dieser Entscheidung bereits gerechnet. Sie kommt allerdings zu einer ungünstigen Zeit, angesichts der Anstrengungen, die auch von den Investoren anerkannt werden.”

Rund drei Monate vor der Präsidentschaftswahl nutzte die Opposition die Herabstufung, um Sarkozy an den Pranger zu stellen. Francois Hollande, der Kandidat der Sozialisten, betonte: “Nicht Frankreich wurde herabgestuft, sondern die Politik von Sarkozy. Frankreich hat immer noch beachtliche Vorzüge: eine dynamische Demographie, eine hohe Produktivität, anerkannte Kompetenz und Wissen, einen guten öffentlichen Dienst und viel Erspartes. Unser Land kann sich also erholen.”

Die meisten Analysten rechnen damit, dass die Auswirkungen der Herabstufung in einer Woche nicht mehr zu spüren sein werden.

Eine Passantin geht allerdings davon aus, dass es die Wahlkampagne beeinflussen wird. Der Umgangston zwischen den Kandidaten werde rauer werden. Eine andere Frau macht sich nicht allzu viele Sorgen, schon vorher hätten die französischen Anleihen einen höheren Zinssatz als die deutschen gehabt. Die Franzosen müssten sich jetzt einfach mehr anstrengen.

Der Verlust der Bestnote ist für die “Grande Nation” ein herber Schlag und Beobachter fürchten politische Spannungen mit Deutschland, das immer noch das dreifache A führt.