Eilmeldung

Eilmeldung

Schwarzer Freitag für Eurozone

Sie lesen gerade:

Schwarzer Freitag für Eurozone

Schriftgrösse Aa Aa

Es war ein schwarzer Freitag der 13. für die Eurozone: Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat gleich neun Euro-Länder herabgestuft, darunter auch Frankreich, was in Paris für Protest sorgte.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft im Euroraum verlor ihre Bestnote, genauso wie Österreich. Die Bonität von Italien, Spanien, Portugal und Zypern ging gleich um zwei Stufen in den Keller. Deutschland bleibt verschont und ist damit die einzige große Volkswirtschaft in der Eurozone mit einem Triple-A-Rating.

Kein Grund zur Sorge meint der französische Finanzminister Francois Baroin. “Es ist keine Katastrophe. Es ist als ob sie einen Schüler fragen, der immer eine Eins hatte und nun einmal eine Zwei hat, ob das eine Katastrophe ist. Nein, es bleibt eine exzellente Benotung.”

Keine Angst vor Standard & Poor’s hat auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Die Ratingagenturen sollten nicht überschätzt werden, erklärte er. “Ich glaube, dass wir insgesamt ja alle eng miteinander zusammenhängen und deswegen lässt uns das alles nicht gleichgültig. Sie haben im Bezug auf Frankreich in den letzten Tagen auch von unterschiedlichen Agenturen sehr unterschiedliche Bewertungen gehört – also ich glaube, auch Frankreich ist auf einem guten Weg.”

Kritik kam von der EU-Kommission. Die Herabstufungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem die Euro-Länder entschieden gegen die Schuldenkrise kämpfen. Das sieht die Ratingagentur anders. Europas Politiker hätten nicht genug getan, um die Krise einzudämmen, hieß es.

Die schlechtere Bewertung wird es für Länder wie Italien und Spanien schwerer und teurer machen, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Damit steigt der Druck auf ganz Europa.