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Unerfüllte Hoffnungen in Tunesien

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Unerfüllte Hoffnungen in Tunesien

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In Tunesien haben tausende Menschen den ersten Jahrestag der Revolution gefeiert. Dort, wo alles begann, auf der symbolträchtigen Avenue Bourguiba im Zentrum der Hauptstadt Tunis, riefen sie: “Tunesien ist frei.” In Tunesien begann mit dem Sturz des Langzeitherrschers Ben Ali der Arabische Frühling, der anschließend auf Ägypten und Libyen überschwappte. Doch die angespannte soziale Lage überschattet die Feierlichkeiten.

Eine Frau erklärte: “Wir wollen uns frei äußern können und ein Jahr danach zeigen, dass das Leben sich verändert hat. Wir bleiben optimistisch. Wir wollen das tunesische Modell, von dem wir träumen, vorstellen.”

Ein Mann unterstreicht: “Unsere Revolution ist noch nicht beendet, wir sind noch auf dem Weg. Man muss viele Opfer bringen, um die Hauptforderungen zu erreichen: Weniger Arbeitslosigkeit, die Würde und Freiheit, die gerade mit den Füßen getreten werden. Die Forderungen der Tunesier wurden nicht erfüllt.”

Vielen Tunesiern geht es wirtschaftlich schlechter, der Tourismus hat gelitten, Investoren haben sich zurückgezogen. Bei der offiziellen Zeremonie standen die positiven Errungenschaften im Vordergrund. Zum Jahrestag entließ die Regierung rund 9.000 Häftlinge vorzeitig.