Eilmeldung

Eilmeldung

S and P im europäischen Kreuzfeuer

Sie lesen gerade:

S and P im europäischen Kreuzfeuer

Schriftgrösse Aa Aa

Die Kritik an der Entscheidung der Ratingagentur Standard and Poor’s, mehrere Euro-Staaten herabzustufen, reißt nicht ab. Europäische Politiker sprachen von einer einseitigen Beurteilung. Der Internationale Währungsfonds rief Europa zu raschem Handeln auf. Andernfalls könnten die Konjunktur stagnieren und Arbeitsplätzen verloren gehen.

Der französische Wirtschaftsspezialist Bertrand Lamielle räumte ein, bei den Entscheidungen gehe es nun nicht darum, hier und dort zu kürzen. Strukturelle Reformen müssten umgesetzt werden. Regierungsbudgets sollten überdacht werden, forderte Lamielle.

Obwohl Standard and Poor’s ihren Schritt begründete, sehen viele Europäer anglo-amerikanische Interessen hinter der Herabstufung. Die Stimmung in Rom ist getrübt. “Die Abwertung ist sehr radikal,” meint ein Passant. “Meines Erachtens geht es hier um den Versuch der Amerikaner, den Dollar zu retten.” Ein anderer Italiener forderte, die Unterschiede der EU-Staaten stärker zu berücksichtigen. Die Lage in Italien und in Griechenland sei nicht dieselbe.

Am Freitagnachmittag hatte Standard and Poor’s neun Euro-Staaten herabgestuft, Frankreich und Österreich verloren ihr Triple A. Die Entscheidung sorgte zunächst für einen Abwärtstrend an den europäischen Aktienmärkten.