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Rettungsteams sprengen sich zu Kreuzfahrtopfern vor

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Rettungsteams sprengen sich zu Kreuzfahrtopfern vor

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Nach dem Kreuzfahrtunglück in Italien werden mehr und mehr Leichen geborgen. Rettungsteams fanden fünf weitere Tote im Heck der Costa Concordia – eine Frau und vier Männer. Damit erhöht sich die Opferzahl auf elf.

Mehr als 20 Menschen werden seit dem Unglück vom Freitagabend vermisst. Die Zeit drängt, noch immer könnten in den Kabinen eingeschlossene Menschen am Leben sein. Mit Sprengstoff versuchten die Rettungsteams mit äußerster Vorsicht, sich Zugang zu weiteren Teilen des Kreuzfahrtriesen zu verschaffen.

Die vollgetankte Costa Concordia soll noch etwa 2300 Tonnen Treibstoff an Bord haben – falls der ausläuft, droht eine Umweltkatastrophe.

“Es gibt eine neue Strategie,” erklärt der Feuerwehrmann Luciano Roncalli. “Die Rettungsmannschaften wollen den letzten trockenen Bereich des Schiffes absuchen. Über Sprechanlangen sollen weitere Überlebende aufgespürt werden.”

Der Kapitän Francesco Schettino hatte die Route des Schiffs zu nahe an die Küste verlegt – was er selbst jedoch bestreitet. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Staatsanwalt Francesco Verusio hatte ihn an diesem Dienstag erstmals befragt. Er fasst zusammen: “Er hat bestätigt, dass er zum Zeitpunkt des Unglücks das Kommando über das Kreuzfahrtschiff hatte. Die Staatsanwaltschaft empfahl dem Richter, die Haft zu verlängern.”

Die Costa Concordia hatte mehr als 4200 Menschen an Bord, als sie am Freitagabend einen Felsen rammte. Sie liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel Giglio und droht abzurutschen und zu versinken.