Eilmeldung

Eilmeldung

Spaniens "Tyrannen-Jäger" Garzón selbst vor Gericht

Sie lesen gerade:

Spaniens "Tyrannen-Jäger" Garzón selbst vor Gericht

Schriftgrösse Aa Aa

Spaniens populärer “Tyrannen-Jäger” steht selbst vor Gericht. Richter Baltasar Garzón, der einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen chilenischen Staatspräsidenten Augusto Pinochet erließ, muss sich wegen des Vorwurfs der Rechtsbeugung verantworten.

Garzón soll bei Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal veranlasst haben, dass Gespräche zwischen Verdächtigen und deren Anwälten abgehört wurden. Der 56jährige riskiert bis zu 17 Jahre Berufsverbot – damit wäre seine Richterkarriere beendet.

Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Dutzende von Anhängern Garzóns gegen das Verfahren, darunter führende Politiker der Vereinten Linken (IU). Auch Menschenrechtsgruppen und Filmregisseur Pedro Almodovar setzen sich für ihn ein.

Augusto Pinochet war 1998 wegen des Verdachts auf Mord und Folter unter seiner Diktatur in Großbritannien verhaftet und unter Hausarrest gestellt worden – der erste Fall weltweit, in dem unter Berufung auf das Völkerrecht gegen einen ausländischen früheren Machthaber ermittelt wurde. Der ehemalige chilenische Staatspräsident kam wegen schwacher Gesundheit frei.

Weitere Fälle, die Garzón als Untersuchungsichter an einem zentralen Gericht für schwere Straftaten anpackte: ETA-Terrorismus, Guantánamo und – Verbrechen unter dem Franco-Regime (1939-1975). Wegen der Ermittlungsmethoden wartet hier demnächst ein zweiter Prozess auf ihn.

mit Reuters, AP, dpa