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"Costa Corcordia" -Chronik eines angekündigten Unglücks

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"Costa Corcordia" -Chronik eines angekündigten Unglücks

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Die Bilder aus der Unglücksnacht, die jetzt auf allen fernsehsendern und im Internet zu sehen sind, vermittlen einen Eindruck vom Chaos an Bord.

Ein deutsches Ehepaar berichtete im deutschen Fernsehen, die Passagiere seien, als sich das Schiff schon neigte, aufgefordert worden, wieder in ihre In einem Video hört man jemanden auf Italienisch rufen: “Leute macht Fotos, die werden wichtig als Beweismittel… “

Eine Italienerin erzählt Reportern, wie ihr Rettungsboot gegen die Bordwand des sich neigenden Schiffes schlug, wie Wasser eindrang und weitere Rettungsboote nicht mehr gerade heruntergelassen werden konnten.

Die Passagiere erlebten überforderte Besatzungsmitglieder, die nicht mit Rettungsbooten umgehen konnten. Das bestätigt auch der glücklich wieder daheim angekommene

Amerikaner Brian Aho:“Die Leute waren hilfsbereit, wussten aber nicht, wie man rettungsboote bedient.”

Wie auf Kreuzfahrtschiffen üblich, stellten auch auf der “Costa Concordia” die Seeleute die kleinste Gruppe unter der Angestellten an Bord. Während dem Kapitän, der sein Schiff vor den Passagieren verließ, von der Justiz fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, erklärt der Chef der Firma Costa: “Unsere Schiffe sind heute ebenso sicher wie sie es am Freitag waren. Was passiert ist, hat nichts mit unserer Unternehmenspolitik zu tun, mit unserer Technologie oder der Qualität unserer Besatzungen.”

Besatzungen müssen spezielle Ausbildungen für Notfälle absovieren. Im deutschen Rostock an der Ostsee ist so ein Trainungszentrum.

Allerdings fahren auf den riesigen Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 3000 Passagieren oft nur 40 bis 50 Seeleute. Ob auch die Stewards, Putzhilfen, oder Verkäufer mit Rettungsmitteln umgehen können, bleibt die Frage.

Allan Graveson von der Seeleutegewerkschaft

“Natilius International” sagt, die Technologie der Rettungsboote sei hundert Jahre alt. Trotz einige technischer Ergänzungen brauche man ein völlig neues System, um Rettungsboote auch bei Schräglage des Schiffes sicher zu Wasser lassen und den Passagieren ein gefahrloses Einsteigen ermöglich zu können.

Kreuzfahrtbetreiber Costa versichert, alle zwei Wochen eine Übung für das Personal auf den Schiffen abzuhalten. Was nicht gegen Leichtsinn half. Das Schiff lief auf den Felsen, weil der Oberkellner seine Schwester auf der Insel Giglio ganz aus der Nähe grüßen wollte – was er über Twitter angekündigt hatte.