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Streik im Internet

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Die englischsprachige Version des Online-Lexikons Wikipedia ist für einen Tag vom Netz gegangen. Die Macher der Web-Enzyklopädie wollen damit gegen zwei geplante US-Gesetze protestieren, die im Kampf gegen Raubkopien im Internet auch drastische Maßnahmen wie Netzsperren vorsehen.

Es geht um zwei Gesetzesinitiativen mit den Bezeichnungen SOPA (Stop Online Piracy Act) im Repräsentantenhaus und PIPA (Protect

IP Act) im Senat, die von Republikanern und Demokraten im amerikanischen Kongress eingebracht wurden.

Politologe David Smith meint, die Gesetzesinitiativen hätten durchaus ihre Berechtigung. Es gehe bei den Gesetzen darum, intellektuelles Eigentum zu schützen, das im Internet ausverkauft würde.

Für Lance Ulanoff vom Online-Portal Mashable sind die Gesetzesvorhaben ein Unding. Er erklärt: “Diese Gesetze sind so geschrieben, dass sie einfach alles rechtfertigen. Jede Seite kann gelöscht werden, wenn sie etwa urheberrechtliche geschützte Inhalte nutzt.”

“Das Internet ist ein Ort, wo wir uns frei ausdrücken können”, meint die Studentin Park Joohee (21) aus Südkorea. “Wenn solche Gesetze eingeführt werden, mache ich mir Sorgen um die Zukunft von Facebook und Twitter.”

Kritisiert wurden die Gesetzesinitiativen auch von der US-Regierung unter Präsident Barack Obama, der im Repräsentantenhaus aber keine Mehrheit mehr hinter sich hat.