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Zehntausende gedenken des Journalisten Hrant Dink

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Zehntausende gedenken des Journalisten Hrant Dink

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Fünf Jahre nach dem Mord an dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink haben in der türkischen Metropole Istanbul Zehntausende Menschen des Toten gedacht. Gleichzeitig protestierten sie auch gegen das Urteil, das ein Gericht zwei Tage zuvor gefällt hatte: Demnach war der Mord an Dink keine Verschwörung. Das allerdings wollen weder Dinks Berufskollegen, noch die Anwältin seiner Angehörigen glauben. “Das Urteil verstört die Menschen”, meint der Journalist Engin Bas, “selbst wenn es noch geändert werden sollte. Aber auf jeden Fall sollte man gegen den Richterspruch vorgehen.” Und die Anwältin von Dinks Familie, Arzu Becerik, weiß schon genau, wie sie vorgehen will: “Wir werden Berufung einlegen und zusätzlich, wenn die Umstände günstig sind, auch zum Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte gehen.”

Bereits im Vorjahr war der ultranationalistische Todesschütze zu fast 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Am Dienstag hatten die Richter einen zweiten Angeklagten wegen Anstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Urteil, das viele nicht zufriedenstellt, meint euronews-Journalist Bora Bayraktar: “Freunde von Hrant Dink und jene, die der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen wollen, haben ihre Botschaft deutlich gemacht: Sie werden nicht aufgeben und den Fall weiter verfolgen.”