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Kapitän Schettino: Mutprobe mit Promille?

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Kapitän Schettino: Mutprobe mit Promille?

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Eine Woche nach dem Kentern der “Costa Concordia” suchen Taucher weiter Vermisste im Wrack des Kreuzfahrtschiffes. Am Freitagmorgen hatten sie ihre Arbeit eingestellt, weil sich das Schiff bewegte. Am Abend entschieden die Bergungskräfte, die Suche wieder aufzunehmen.

Geophysiker Nicola Casagli erklärt: “Momentan bewegt sich das Schiff nur um Millimeter, höchstens Zentimeter. Um unterzugehen müsste es Dutzende Meter abrutschen. Davon sind wir weit entfernt.”

Wegen der Vermissten und weil Treibstoff an Bord ist, soll ein Sinken auf jeden Fall verhindert werden.

Um das Schiff zu stabilisieren, gibt es Pläne, den 290 Meter langen Koloss mit Hebeseilen am Felsen festzumachen.

Noch immer gibt es mehr als 20 Vermisste, darunter zwölf Deutsche. Elf Menschen wurden tot geborgen.

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Januar vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufen.

Aussagen von Passagieren, Kapitän Francesco Schettino habe sich vor dem Unglück in Damenbegleitung im Restaurant betrunken, bezeichnete sein Anwalt Bruno Leporatti als Quatsch.

Italienische Zeitungen berichten, es könnte sein, dass Schettino in einer Art Mutprobe das Schiff so nah an die Küste gefahren habe. Von Seiten der Reederei hieß es, man könne sich vorstellen, Schettino habe die Menschen an Land grüßen wollen. In seinem ersten Anruf bei der Reederei nach der Havarie soll Schettino gesagt haben: “Mir ist da ein Malheur passiert.”