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Ägypten: Islamisten nun offiziell klare Wahlsieger

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Ägypten: Islamisten nun offiziell klare Wahlsieger

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Nach der Parlamentswahl in Ägypten steht fest: Klarer Sieger sind die Islamisten. Es sind vergleichsweise gemäßigte Kräfte wie das Bündnis um die Moslembrüder, aber auch die strengislamischen Salafisten. Weit abgeschlagen sind zwei liberale Parteien.

Zu vergeben waren knapp fünfhundert Sitze. Zwei Drittel der Abgeordneten wurden über Parteilisten gewählt, ein Drittel direkt.

Die Partei von Freiheit und Gerechtigkeit, also die Moslembrüder, hätten bei der Listenwahl zehn Millionen Stimmen erreicht und damit 127 Sitze, verkündet Wahlleiter Abdul Moes Ibrahim; die Partei des Lichts, die Salafisten also, siebeneinhalb Millionen Stimmen und damit 96 Sitze.

Dazu kommen noch einmal etliche Stimmen für Direktkandidaten dieser Parteien, vor allem der Moslembrüder, die damit nur knapp die absolute Mehrheit verfehlen. Im neuen Parlament verfügen beide Islamistenbündnisse zusammen über rund siebzig Prozent der Sitze.

Der gestürzte Präsident Hosni Mubarak habe die Moslembrüder verboten, erklärt sich Dschamal Salama das Ergebnis, der Chef der Zeitung Al-Manar. Die Ägypter hätten ihnen deshalb eine Chance geben wollen.

Die islamischen Strömungen könnten aber nicht als einheitlicher Block auftreten, sagt Hassan Nafea, ein Politikforscher von der Kairoer Universität. Die jeweilige Form des Bündnisses werde sich ändern, je nach aktuellem Problem.

Eine böse Überraschung im neuen Parlament ist der verschwindend geringe weibliche Anteil. Unter den rund fünfhundert Abgeordneten werden gerade einmal zehn Frauen sein – trotz ihrer aktiven Rolle beim Sturz Mubaraks.