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Frankreichs Präsidentschaftskandidat Hollande läutet Wahlkampf ein

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Frankreichs Präsidentschaftskandidat Hollande läutet Wahlkampf ein

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Lange wurde ihm ein zögerlicher Wahlkampf und mangelndes Programm vorgeworfen – nun hat sich François Hollande, der Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten, bei einer groß angelegten Auftaktveranstaltung seinen Anhängern erklärt. Sein wahrer Gegner sei nicht eine Person – es seien die Finanzmärkte. Aber auch innenpolitisch hat Hollande einige Pläne:

Er werde abschaffen, dass Abgeordnete noch andere politische Ämter innehaben können. Im Parlament wolle er partiell das Verhältniswahlrecht einführen, in Regierung und Parteien gleiche Anteile von Frauen und Männern, und bei Kommunalwahlen sollten auch Ausländer wählen dürfen. All das ohne Furcht um die Staatsbürgerschaft und den Zusammenhalt des Landes. Er wolle die Ängste beiseiteschieben, die Zögerlichkeiten und konservativen Ideen, erklärte er vor über 10.000 Zuhörern in einem Saal im Ausstellungsgelände von Le Bourget bei Paris.

Selbst die anwesenden Journalisten waren von dem Großaufgebot an Anhängern, Polit- und Medienprominenz überrascht. Hollande führt den Umfragen zufolge mit derzeit um die 30 Prozent.

Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, der sich noch nicht offiziell als Kandidat geoutet hat, würde bei der ersten Runde mit 23 Prozent auf Platz zwei kommen. In der anschließenden Stichwahl hätte dann Hollande noch bessere Chancen, weil die Anhänger des Zentrumspolitikers François Bayrou ihm eher zugetan sind. Bayrou liegt derzeit auf Platz vier, hinter Marine Le Pen vom Front National. Sie hat die Nachfolge ihres Vaters übernommen und versucht, die Partei auch gemäßigten Wählern näherzubringen.

Der erste Wahlgang findet am 22. April statt, die Stichwahl steht im Mai an.