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Kroaten wollen in die EU

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Kroaten wollen in die EU

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Wenn es weiter so gut läuft, wird Kroation Mitte 2013 das 28. Mitglied der EU. Bei der Volksabstimmung am Wochenende haben mehr als zwei Drittel der Wähler dafür gestimmt. Schon bei der Loslösung vom ehemaligen Vielvölkerstaat Jugoslawien hatte sich die kroatische Führung 1991 die EU-Mitgliedschaft zum Ziel gestellt.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die mit gut 43 Prozent niedrige Wahlbeteiligung.

Der “Mann auf der Straße” glaubt, dass dieser Weg gut sein wird. Für seine 6 Kinder erhofft er gute Bildungschancen. Die Frau ein Stück weiter bleibt etwas skeptisch. Meint aber, man habe doch gar keine andere Wahl. Und an älterer Herr in Zagreb sieht viele gute Dinge auf das Land zukommen, meint dann noch:“Es hängt von uns selber ab!”.

Seit 2005 war verhandelt worden, 6 Jahre lang unter einer rechten Regierung. Dass nun am Ende eine linke Regierung die Sache zum Abschluß bringt, ändert da nichts. Für Ministerpräsidente Zoran Milanovic ist es ein historischer Tag.

Es spricht von einem Wendepunkt in der Geschichte des Landes und von der eigenen Verantwortung.

“Erfolg oder Scheitern hängen jetzt von uns ab.”

Die EU hat vor allem aus der letzten Erweiterungsrunde gelernt, als 2007 Rumänien und Bulgarien aufgenommen wurden. Seither ist man sich in Brüssel bewusst, dass es mit einem einmaligen Abarbeiten der Beitrittskriterien nicht getan ist – Neumitglieder brauchen kritische Begleitung. Kroatien hat vor allem mit Wirtschaftsreformen noch einige Hausaufgaben zu machen. Derzeit verlangsamt sich das Wachstum, die mittleren Einkommen sind sehr niedrig.

Dazu 18 Prozent Arbeitslosigkeit und eine Staatsverschuldung von 102 Prozent des BIP.

Die EU-Gegner kommen vor allem aus der rechts-populistischen “Kroatischen Partei des Rechts”.

“Wir sind noch nicht reif für die EU”, meint die Parlamantsabgeordnete Ruza Tomasic. “Unsere Wirtschaft ist in schlechtem Zustand, kaum Export. Wir kriechen auf den Knien in die EU.”

Dass sie mit dieser Meinung nicht allein ist, zeigen solche Anti-EU-Demonstrationen. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass Kroatien vor dem Beitritt noch die marode Werftindustrie sanieren muss, was mehrere Tausend Arbeitsplätze kosten wird.