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Rasender Stillstand in Italien

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Rasender Stillstand in Italien

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Die einen protestieren gegen hohe Spritpreise. Die anderen gegen die Liberalisierung der Transportbranche. Das Ergebnis sah an vielen Stellen in Italien ähnlich aus: Stillstand.

Lastwagenfahrer stiegen aus, weil die Spritpreise innerhalb eines Jahres um knapp ein Drittel in die Höhe gingen, außerdem zogen Versicherungsprämien und Mautgebühren an.

Éin streikender Lkw-Fahrer bei Turin:

“Bei einem Lkw, der von Süditalien nach Mailand und zurück bis zu 700 Liter verbraucht, bedeutet das bis zu 120 Euro Verlust. Macht bei sechs Fahrten pro Monat mehr als 600 Euro. Die da oben sehen die Preise nur im Fernsehen. Die zahlen doch selber nichts.”

Die rasende Wut der blockierten Autofahrer verschont bisher die Bremser – viele finden die Streiks sogar in ganz in Ordnung.

Zwei Autofahrer:

“Das machen die sehr gut. Wir müssen Italien lahmlegen, weil 90% Italiens auf Rädern dahinrollt. Ohne Transport geht nichts.”

“Gut, gut, gut gemacht. Die haben einfach Recht, auch wenn sie uns damit Probleme machen, aber sie haben Recht. Wir doch irgendwie alle, aber das da…”

… das da ist für die streikenden Taxi-Fahrer die

Liberalisierungspolitik der Regierung von Mario Monti. Sie will den Wettbewerb durch die Vergabe von mehr Fahrlizenzen anheizen.

Auch die italienischen Apotheker sind durch das Monti-Dekret aufgeschreckt. Sie machen am 1. Februar aus Protest landesweit ihre Läden dicht.

mit Reuters, dpa