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Vor EU-Gipfel steigt die Spannung - Griechenland im Fokus

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Vor EU-Gipfel steigt die Spannung - Griechenland im Fokus

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Eine Woche vor dem EU-Sondergipfel sind die Bemühungen um eine politische Lösung der Schuldenkrise in die entscheidende Phase gegangen.

In Brüssel berieten die Euro-Finanzminister vor allem über den Stand der Verhandlungen zum Schuldenschnitt Griechenlands.

Der Athener Ressortchef Evangelos Venizelos unterstrich, es gebe eine konstruktive Kooperation mit dem privaten Sektor. Die Gespräche seien im Endstadium und könnten fristgerecht zum Abschluß kommen.

Durch die Debatte um Griechenland wächst zudem der Druck auf die Regierungen, den künftigen Euro-Rettungsfonds ESM auf eine Billion Euro aufzustocken. Dies fordern vor allem Italien und der IWF.

Nach Ansicht von Robert Halver von der Baader Bank in Frankfurt sind die griechischen Schulden aber so gewaltig, dass das Land keine Chance hat, mit dem Euro zu überleben. Am besten sei es daher, das Land würde die Eurozone verlassen, seine Hausaufgaben machen und vielleicht nach zehn Jahren einen erneuten Beitritt versuchen.

Gegen einen Austritt Griechenlands spricht dagegen, dass die Schuldenkrise die Finanzmärkte schon jetzt extrem verunsichert. Würde Griechenland freiwillig oder auf Druck die Währungsunion verlassen, droht das Auseinanderbrechen der Eurozone.

Der Schock käme dem nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 gleich. Zumindest dürfte es für ebenfalls hoch verschuldete Eurostaaten wie Portugal und Italien noch schwerer werden, wieder auf die Beine zu kommen.