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Späte Gerechtigkeit nach Gewaltexzessen in Kenia?


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Späte Gerechtigkeit nach Gewaltexzessen in Kenia?

Vier Spitzenpolitiker aus Kenia sollen sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Bei den Straftaten geht es um Morde, Vertreibungen und Vergewaltigungen, die das Land nach den Wahlen von 2007 an den Rande eines Bürgerkriegs getrieben hatten. Die Opfer von damals sehen sich durch die Entscheidung in Den Haag bestätigt:

Anne Kandie sagte, “ich habe lange auf diesen Moment gewartet, denn ich wurde damals sehr verletzt. Würde es keinen Prozess geben, dann wäre auf meinen Rechten herumgetrampelt worden.”

Aktivist Ken Wafula erklärte, “volle Gerechtigkeit gibt es erst dann, wenn alle vier Männer verurteilt werden. Ein Gericht vor Ort wird sich mit denen befassen, die Häuser niedergebrannt, Angehörige getötet und viele mittellos gemacht haben.”

Unter den vier Angeklagten sind auch zwei Kandidaten für die kommende Präsidentschaftswahl. Darunter Vize-Ministerpräsident Uhuru Kenyatta. Er soll Racheakte an Anhängern des damaligen Oppositionsführer veranlasst haben.

Dem früheren Minister William Ruto hingegen wird zur Last gelegt, Angriffe auf Anhänger der Gegenseite organisiert zu haben.

Die Gewalt eskalierte, als 2007 zwei Politiker den Wahlsieg für sich beanspruchten. Bei den Ausschreitungen kamen mehr als 1200 Menschen ums Leben. 600.000 weitere wurden vertrieben. Erst als der Oppositionsführer den Posten des Ministerpräsidenten übernahm, beruhigte sich die Lage in Kenia.

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