Eilmeldung

Eilmeldung

Was hat die Revolution den Ägyptern gebracht?

Sie lesen gerade:

Was hat die Revolution den Ägyptern gebracht?

Schriftgrösse Aa Aa

Ägypten bereitet sich darauf vor, den ersten Jahrestag der “Revolution vom 25. Januar” zu begehen. An diesem Tag begannen 2011 die Protestaktionen auf dem Tahrir-Platz in Kairo, die letztlich zum Sturz des Mubarak-Regimes führten.

Zu den Initiatoren gehörten vor einem Jahr die jungen Leute der “Bewegung des 6. April” .

Dieser Name geht auf einen Streik 2008 zurück, der erstmals von jungen Intellektuellen via Internet unterstützt wurde. Ahmed Maher, einer ihrer Anführer, sagt: “Von unseren politischen Zielen ist bisher nicht realisiert worden. Es ist praktisch immer noch das gleiche Regime an der Macht. Die gleichen Wirtschaftsführer, Vize-Minister und Verwaltungschefs. Im Verwaltungsapparat hat sich nichts geändert.”

Nun regieren Armee und die lange von ihr so heftig bekämpften Islamisten nebeneinander. Die Religiösen haben die Mehrheit im Parlamrent.

Ihr Parlamentspräsident will Minister der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung zur Befragung einbestellen. Jener Regierung, gegen die nun wieder Ägypter auf die Straße gehen.

Moaz Abdulkarim von der Bewegung der jungen Revolutionäre beklagt auch, dass bisher nichts von ihren Zielen umgesetzt wurde. Er spricht vom revolutionären Aufbruch, der sich in den ersten 18 Tagen zeigte. Danach aber sieht er Kräfte an der Macht, die einfach in die Fußstapfen des korrupten Mubarak-Regimes getreten seien. Seine Begründung: Zu viele Leute hätten von diesen korrupten Regime profitiert.

Was auf der anderen Seite dazu führt, dass immer noch viel zu viele Menschen Mangel leiden, dass es ihnen am Nötigsten fehlt, an Gas zum Heizen und Kochen, an Lebensmittel, an medizinischer Versorgung. Die Muslimbrüder haben auch dank ihrer gut organisierten Sozialarbeit die Wahlen gewonnen. Sie betreiben allein in Kairos Armenvierteln mehrer Krankenhäuser.

Die “Frau auf der Straße” scheint diese Stimmung zu bestätigen. Sie sagt, in ihren Augen hat sich nichts verändert außer eben, dass es Wahlen gab, die die religiösen Kräfte gewonnen haben.

Und der “Mann auf der Straße”, der sich als “einfachen ägyptischen Bürger” bezeichnet ohne politische Zugehörigkeit, ohne politische Forderung, sagt: “Man hat uns unsere Revolution gestohlen.”

Wie das zu verstehen ist, erklärt der euronews-Korrespondent in Kairo.

Er steht vor der Zentrale der so lange regierenden nationademokratischen Partei von Mubarack und erklärt, deren Mitglieder seinen immer noch an den Schaltstellen des Staates zu finden.