Eilmeldung

Eilmeldung

Ägypten feiert Jahrestag der Revolution

Sie lesen gerade:

Ägypten feiert Jahrestag der Revolution

Schriftgrösse Aa Aa

Am ersten Jahrestag der Massenproteste in Ägypten haben sich Zehntausende Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt. Auch die Opposition war vertreten, etwa mit Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei, einem strengen Kritiker des regierenden Militärrats. Innerhalb der Menschenmassen allerdings gab es verschiedene Meinungen: Die einen feierten den Aufstand, der schließlich zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatte, andere wiederum zählten sich zur so genannten Revolutionsjugend und riefen Parolen wie “Die Revolution ist noch nicht zu Ende”. “Wir sind hier, um die ägyptische Revolution zu feiern”, erklärte ein Demonstrant, “die im vorigen Jahr stattgefunden hat, und um unsere Märtyrer zu ehren.” Eine junge Frau sieht es anders: “Wir wollen nicht feiern, wir wollen die Revolution fortsetzen, denn noch hat sich nichts geändert.” Und ein etwas älterer Aktivist schließlich ereifert sich: “Das Parlament muss die Verfassung absegnen und nach den Wahlen zum Oberhaus die Präsidentschaftswahlen vorantreiben, denn die Militärs zerstören das Land.”

Vereinzelt kam es auf dem Tahrir-Platz wie auch bei Kundgebungen in anderen Städten zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen; größtenteils jedoch blieben die Veranstaltungen friedlich. Dennoch wissen die Ägypter nur zu genau: Bis zum endgültigen Frieden ist es wohl noch ein weiter Weg.