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Hafenkommandant: Vermutlich hätte auf der "Costa Concordia" keiner sterben müssen

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Hafenkommandant: Vermutlich hätte auf der "Costa Concordia" keiner sterben müssen

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Bei einem rechtzeitigen Alarm hätte es auf der “Costa Concordia” wahrscheinlich keine Toten gegeben. Das hat der Generalkommandant, Admiral Marco Brusco des für die Insel Giglio zuständigen Hafenamtes ausgesagt. Vor dreizehn Tagen hatte das Kreuzfahrtschiff vor der toskanischen Küste einen Felsen gerammt – von mehr als 4000 Passagieren sind 16 tot, darunter vier Deutsche. Mindestens 17 Menschen werden noch vermisst.

Furio Truzzi, Verbraucheranwalt vom Verband Assoutenti:

“Wir erwarten jetzt, auch weil wir das vorgeschlagen haben, dass das Unternehmen schnelle Entschädigungsverfahren definiert, ohne zusätzliche Kosten für die Schiffbrüchigen. Das scheint uns vernünftig.”

Die Verantwortung für den Schiffbruch liege “mit Sicherheit” bei Kapitän Schettino hatte der Hafenamtschef in einer Anhörung des Senats in Rom weiter ausgeführt. Er habe bei der Havarie eine “kostbare Stunde” für die Rettung der Menschen an Bord verstreichen lassen.

An dem Wrack ging die Suche nach den Vermissten weiter – freilich schraubte der leitende Feuerwehrmann Ennio Aquilino die Hoffnungen auf Null. Man habe an jede Kabinentür über Wasser geklopft und immerhin noch drei Überlebende gefunden.

Gleichzeitig laufen die Vorarbeiten für das Abpumpen des Öls aus der “Costa Concordia” auf Hochtouren.

Marcello Mossa Verre von der regionalen Umweltbehörde ARPAT:

“Jetzt müssen wir auch an die Zukunft denken. Ich meine, welchen Schaden kann das mittel- und langfristig in der Gegend hinterlassen? Darauf müssen wir unsere eher kurzfristigen ersten Analysen nochmal überprüfen.”

2300 Tonnen giftigen Schweröls sind noch an Bord. Die Bergung dürfte am Samstag beginnen und rund vier Wochen dauern.

mit AP, AFP, Reuters