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Am australischen Nationalfeiertag haben rund 200 aufgebrachte Ureinwohner sich in der Metropole Sydney versammelt und Premierministerin Julia Gillard bedrängt. Mehrere Demonstranten versuchten, das Restaurant zu stürmen, in dem sich die Regierungschefin und Oppositionsführer Tony Abbot aufhielten. Gillard musste von Sicherheitbeamten abgeschirmt und zu ihrem Wagen gebracht werden, während die wütende Menge sie als Rassistin beschimpfte und immer wieder das Wort “Shame” – “Schande” – skandierte. Verletzt wurde niemand, aber Julia Gillard stolperte im Gedränge und verlor einen Schuh.

Auslöser für die Unruhen war die Forderung von Tony Abbott, ein Protestzelt der Ureinwohner in Canberra abreißen zu lassen. Das Zelt steht bereits seit rund 40 Jahren neben dem Parlamentsgebäude und hat mittlerweile Symbolcharakter für all jene, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Aborigines einsetzen. Rund 500.000 der 23 Millionen Australier zählen sich zu den Ureinwohnern. Viele von ihnen müssen von Sozialhilfe leben, rund 60 Prozent haben keinen Mittelschulabschluss. Der Aufruhr in Sydney ist ein deutliches Zeichen für die wachsenden sozialen Spannungen.

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