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Weiter Streit um London´s Olympiastadion

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Weiter Streit um London´s Olympiastadion

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Das neue Londoner Olympiastadion kommt ein halbes Jahr vor der Eröffnungsfeier der Spiele 2012 nicht aus den Schlagzeilen.

Jetzt ist die Vorsitzende der Nachhaltigkeitskommis-sion der Spiele aus Protest gegen einen Sponsor zurückgetreten. Meredith Alexander wollte nicht länger den Chemiekonzern Dow Chemical verteidigen.

“Vieles von dem, was das Organisationskomitee in der Presse mitteilt, klang sehr, sehr ähnlich wie das, was das Unternehmen sagt,“so Meredith Alexander, “sie rechtfertigen fälschlicherweise Dow´s Position, dass der Konzern nicht verantwortlich ist für die Tragödie in Bhopal. Die Organisatoren haben den Opfern nicht zugehört. Sie haben nur die eine Seite der Geschichte. Und sie glauben nur dieser einen Seite und haben die Situation an sich gar nicht begriffen.”

Bei einer der schlimmsten Chemiekatastrophen der Geschichte im indischen Bhopal starben 1984 15 000 Menschen. Viele tausend leiden noch heute unter den Folgen. Der Chef des Organisationskomittees Paul Deighton kann die Kritik nicht verstehen:

“Meiner Meinung sind alle Ansprüche der Opfer befriedigt worden,” meint Deighton, “die wirklich offene Frage ist: Wo ist das Geld geblieben, das Dow gezahlt hat? Und was passiert in Indien, wer übernimmt dort Verantwortung, um an dem Ort wieder Alles in Ordnung zu bringen?”

Dow Chemical hatte Union Carbide, also den US-Konzern, der für die Katastrophe von Bhopal verantwortlich war, erst 2001 übernommen und fühlt sich deshalb für das Unglück nicht verantwortlich. Der Konzern sponsert die Außenhülle des neuen Olympiastadions.

Dort soll auch das Werbelogo der Firma zu sehen sein.