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"Costa Concordia" bleibt noch monatelang vor der Küste

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"Costa Concordia" bleibt noch monatelang vor der Küste

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Bewohner und Besucher von Giglio müssen sich wohl an diesen Anblick gewöhnen: Das havarierte Kreuzfahrtsschiff “Costa Concordia” wird voraussichtlich noch mehrere Monate vor der Küste der italienischen Insel liegen. Wie der Katastrophenschutz mitteilte, werde die Bergung des Wracks wohl erst zu Jahresende oder sogar noch später erfolgen können. Die Inselbewohner bleiben dennoch gelassen. “Das ist kein Problem”, meint Sergio Roncolini. “Im Gegenteil. Dann kommen all diese Freunde des Makabren, um das Wrack zu sehen und Fotos zu machen. Es kommen ja jetzt schon viele Leute deshalb hierher.” Die Bäckereiangestellte Francesca Avaglia sorgt sich um die Umwelt: “Man wird sehen, ob das gut oder schlecht für die Insel ist. Wichtig ist, dass man den Treibstoff abpumpt und es keine Umweltkatastrophe gibt. Was soll man sonst tun, das Schiff ist nun einmal dort.”

Eigentlich hatten die Experten am Samstag mit dem Abpumpen des Treibstoffs beginnen wollen – wegen schlechten Wetters mussten die Arbeiten jedoch unterbrochen werden. Auch die Bergungsarbeiten wurden eingestellt, allerdings nur vorübergehend, wie der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, betonte: “Wir hätten die Suche nach weiteren Vermissten schon vor ein paar Tagen beenden können. Aber wir haben es nicht getan, weil wir glauben, dass wir die moralische Verpflichtung haben, weiterzumachen. Den Angehörigen die Leichen ihrer Lieben zurückzugeben ist eine der wichtigsten Maximen der Humanität.” Noch immer werden 16 Menschen vermisst, darunter sieben Deutsche. Zuletzt bargen die Taucher die Leiche einer Frau. Es handele sich um ein Crewmitglied aus Peru, hieß es, sie habe die Borduniform getragen, aber keine Schwimmweste.