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Stimmung an Kapitalmärkten verdüstert sich

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Stimmung an Kapitalmärkten verdüstert sich

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Auf Europas Kapitalmärkte ist die Nervosität zurückgekehrt. Ins Visier der Anleger geriet vor allem Portugal geraten, das bereits als zweites Griechenland gehandelt wird. Die Renditen für portugiesische Staatstitel stiegen auf Rekordstände.

Dem Vernehmen nach intervenierte die EZB.

Händler verwiesen insbesondere auf die zähen Verhandlungen über einen Schuldenschnitt

Griechenlands, die auch am portugiesischen

Markt auf die Stimmung drückten.

Portugal, das derzeit durch Mittel des Euro-Rettungsfonds refinanziert wird, ist damit eine weitere Facette eines düsteren Bildes. Die Rezession in Spanien, der Schuldenberg Italiens und die Abstufung Frankreichs lassen die Stimmung an den Finanzmärkten in den Keller gehen.

Zwar erzielte Spanien 2011 noch ein minimales Wachstum, allerdings schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Schlußquartal bereits. Mehr noch als Griechenland oder Portugal leidet Spanien unter der hohen Arbeitslosigkeit, das Land hat mit mehr als 20 Prozent die höchste Erwerbslosenquote in der EU.

Der Wirtschaftswissenschaftler Juan José Toribio sieht für Spanien eine lange Periode der Korrektur voraus. Um deren Folgen abzuschwächen, müsse das Land aber zu harten Strukturreformen bereit sein.

Im Falle Portugals dürfte Experten zufolge ein Schuldenschnitt unausweichlich sein, auch wenn die Lage bei weitem nicht so ungünstig ist wie in Griechenland. Nach derzeitiger Planung soll Portugal im Laufe des kommenden Jahres wieder an den Kapitalmarkt zurückkehren. Angesichts der aktuellen Risikoaufschläge für Portugal wäre dies derzeit faktisch aber unmöglich.