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Das Unwort der Woche: "Sparkommissar"

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Das Unwort der Woche: "Sparkommissar"

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Das Unwort des Euro-Gipfels heißt “Sparkommissar”. Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hat sich zwar noch nicht geäußert zu dieser Art von “Aufpasser” – eine Idee aus den Reihen der Koalition in Berlin.

Dafür aber sein Vorgänger: “Entweder jedes Land ist für seine eigene Politik verantwortlich – oder wir untergraben die Demokratie in ganz Europa,” pfefferte Giorgos Papandreou am Rande eines

Treffens sozialdemokratischer Politiker in Brüssel in Richtung Berlin.

Der amtierende Lucas Papademos macht sich Sorgen über die schleppenden Verhandlungen zum griechischen Schuldenschnitt:

“Wenn dieses Verfahren nicht erfolgreich abgeschlossen wird, kommt es zu einer Konkurswelle, mit enormen Folgen für die Gesellschaft und vor allem für die finanziell Schwachen.”

Um einem chaotischen Zahlungsausfall im März zu entgehen, braucht Griechenland einen Teil des aktuellen 130-Milliarden-Euro-Rettungspakets. Die Bedingung: Reformschritte.

“Nichts wird sich ändern,” meint dazu ein Mann auf der Straße in Athen. “Wir kommen vom Regen in die Traufe. Die Verantwortlichen sollte man aufknüpfen.”

Und Thanassis:

“Ja, wir erwarten, dass es besser wird. Aber von unserem Regierungschef hängt das nicht ab, sondern von Europa.”

Der Chef der Unionsfraktion im deutschen Bundestag, Volker Kauder (CDU), hatte die Entsendung eines Staatskommissars mit Vetorecht nach Athen vorgeschlagen, auch Vizekanzler Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)zeigte sich aufgeschlossen.

Der Name der Kanzlerin ist für viele Griechen inzwischen ein Schimpfwort.

mit AP, dpa, AFP, Reuters