Eilmeldung

Eilmeldung

die "Facebook"-Story

Sie lesen gerade:

die "Facebook"-Story

Schriftgrösse Aa Aa

Palo Alto, California Av. 1601. Das ist die Adresse einer Firma, die soviel bejubelt und soviel kritisiert wird, wie kaum eine zweite. 2004 gegründet von einem 19jährigen Studenten. Mark Zuckerberg, der an der Harvard-University ein Informatikstudiem begonnen hatte, war der Typ unbeliebter Klassenbester. Der ewige Aussenseiter, den sie auf Parties nicht haben wollten, rächte sich auf seine Art. Er stellte ein Bewertungssystem für Studenten am Campus auf, so in der Art: “Wer ist die Hässlichste im 3. Studienjahr?”. Mit Fotos von Studentinnen, die er ohne deren Einwilligung benutzte. Nach Protesten musste er die Seite zwar schnell wieder zurückziehen. Aber die Geschäftsidee war geboren. Acht Jahre später wird sein Unternehmen “Facebook” vom

Wirtschaftsmagazin Forbes auf rund 17,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dafür kürte ihn das “Time magazin” 2010 zur “Person des Jahres”.

Der Finanzanalyst Anupam Palit von “greencrest capital” merkt an, vor “Facebook” habe man eigentlich nie über soziale Medien gesprochen.

Beeindruckend vor allem: die Zahl der Nutzer.

Innerhalb von 6 Jahren wurden es 800 Millionen.

Die Karte zeigt, wie in etwa diese 800 Millionen Nutzer auf der Welt verteilt sind. Überwiegend leben sie in Industriestaaten.

Und den Löwenanteil machen die Jüngsten aus.

Die Älteren können oder wollen wohl ihre Vorstellung davon, was ein Freund ist, nicht so recht ändern.

Inzwischen ist Facebook in 78 Sprachen verfügbar.

Die zahlreichen Klagen wegen des laschen Datenschutzes bügelte Zuckerberg mit der Bemerkung ab, dass Nutzer freiwillig immer mehr Daten im Internet von sich preisgeben würden und sich Facebook lediglich den gesellschaftlichen Realitäten anpasse.

Der Chefredakteur des Internet-Journals “Mashable”, Lance Ulanoff, meint,

Facebook sei wegen seiner ständigen Innovationen ständig gewachsen. Dadurch sei Facebook von einem reinen Treffpunkt zu etwas Größerem geworden.

Als jüngste Neuerung stellte Zuckerberg im September 2011 “Timeline” vor. Gedacht als Möglichkeit, dass Nutzer da ihr ganzes Leben darstellen und auch Hilfe bekommen können beim Schreiben eines Lebenslaufes für eine Bewerbung.

Wirtschaftlich ist die Idee super-erfolgreich, denn irgendwie passt es in die Zeit: Man müht sich nicht mehr mit der Pflege echter Freundschaften, man geriert oder löscht sie ohne persönlichen Kontakt, wie es eben kommt.