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Heisser Vorwahltag in Florida

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Heisser Vorwahltag in Florida

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euronews:

Wir sprechen darüber mit der erfahrenen politischen Kommentatorin Cokie Roberts in Washington.

euronews :

Florida ist ein Wendepunkt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Einige Bewerber sind schon ausgeschieden. Es scheint auf ein Wettrennen zwischen Mitt Romney und Newt Gingrich hinauszulaufen. Was sagt uns das über das republikanische Establishment?

Cokie Roberts:

Das republikanische Establishement war eigentlich entschieden gegen Newt Gingrich. So eine klare Haltung gegen einen Kandidaten habe ich noch nie erlebt, nicht bei der Nominierung von Bob Dole 1996, auch nicht bei John McCain 2008.

Es scheint diesen Effekt zu geben, dass das viele Geld, über das Mitt Romney verfügt, ihm in Umfragen in Florida zu einem Vorsprung vor Gingrich verhilft.

euronews :

Die Wirtschaftslage ist das wichtigste Thema.

Aber da ist auch die Außenpolitik. Die “Tauben” wählen gewöhnlich die Demokraten, die “Falken” wählen Republikaner. Welche außenpolitische Entwicklung könnte Einfluß auf die Wahlen haben – Iran, Syrien, Afghanistan?

Cokie Roberts :

Sie wissen schon, dass außenpolitische Themen nicht wirklich etwas bewegen. Worüber sich die Wähler normalerweise Sorgen machen, das ist die schlechte Wirtschaftslage. Auch wenn ihnen einige große außenpolitische Themen ins Auge springen.

Da geht es um Einsätze amerikanischer Truppen, oder um so ein Desaster wie den 11. September.

Im Moment ist nicht klar, ob Iran oder Afghanistan bei dieser Wahl eine Rolle spielen werden.

Das kann sich aber über Nacht ändern. Und genau das macht den Kandidaten Angst, dass sie den Wahlkampfverlauf nicht kontrollieren können.

Es kann passieren, dass einer gut im Rennen liegt und dann kocht so ein Thema hoch, dass den ganzen Wahlkampf ändert.

euronews :

Es gibt noch keine politische Vereinbarung darüber, wie das Problem mit dem hohen Haushaltsdefizit zu lösen wäre. Wessen Versprechen wirken auf die Wähler realistischer? Die von Obama oder vom dem, der ihn ablösen will?

Cokie Roberts :

Jeder redet jetzt über Schulden und Defizit. Worte, wie sie der Präsident vergangene Woche in seiner Rede zur Lage der Nation gesagt hat, haben wir nie zuvor gehört. Das war bemerkenswert.

Offensichtlich ist die Verschuldung immer noch ein Riesenproblem in diesem Land, ebenso wie in Europa. Es gibt immer noch Stimmen, die Präsident und Kongress zu strikten Maßnahmen auffordern, über die noch nicht gesprochen wurde. Keiner möchte gern darüber reden, denn alle Lösungen wären unangenehm. Entweder läuft es auf Kürzung von Programmen hinaus, was die Leute mögen,

oder auf Steuererhöhungen, was sie garn nicht mögen.

euronews :

Wann kommt der nächste große Vorwahltag? Anfang März?

Cockie Roberts:

Ja, nach der Flut von Vorwahlen im Januar, nachdem auch Florida vorbei ist, wird es etwas ruhiger. Es gibt in einigen Staaten einige kleine Parteiversammlungen, auf denen die Leute entscheiden, was sie mit einem Kandidaten anfangen. Ende Februar sind die Vorwahlen in

Michigan and Arizona, und am 6. März ist der sogenannte ‘Super Tuesday’, an dem in einer Menge Bundesstaaten abgestimmt wird.

euronews :

Wir sprechen uns dann wieder nach dem Super Tuesday,.