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Solidarität unter den Veteranen des Bosnienkrieges

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Solidarität unter den Veteranen des Bosnienkrieges

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Bosnien Herzegowina hat 2010 seine Armee verjüngt und alle Soldaten über 35 in den Ruhestand geschickt. Doch die Serben unter ihnen gingen leer aus und rutschten in die Armut ab.

Dann bekamen sie unerwartete Hilfe von den Kroaten und den bosnischen Muslimen. Im Bosnienkrieg waren sie erbitterte Feinde, heute haben sie das Kriegsbeil begraben und halten zusammen.

Nihad Grabovica erzählt: “Dort drüben spielten der Anführer der bosnischen Serben Radovan Karadzic und Ratko Mladic 1994 in einem Schützengraben Schach. Und heute sammeln wir Geld für die Menschen, die damals auf uns schossen, damit sie ihre Kinder durchbringen können. Sie sind unsere Kameraden, da sie mit uns in der Armee von Bosnien Herzegowina gedient haben. Sie haben keinerlei Rechte und deswegen sammeln wir Geld für sie und ihre Familien.”

Der Bosnienkrieg wütete über drei Jahre lang und hinterließ ein zerstörtes, tief traumatisiertes Land. Tausende Menschen wurden getötet.

Der bosnische Moslem Senad Hubijer engagiert sich heute für die serbischen Veteranen. Er ist enttäuscht und erhebt schwere Vorwürfe: “Die Politiker haben uns damals ins Verderben geführt. Sie gaben uns Waffen, dabei waren wir nur 16 oder 17 Jahre alt und gerade erst mit der Schule fertig. Jetzt Jahre später greifen wir einander unter die Arme, weil die Politiker uns im Stich lassen.”

Bislang wurden rund 5.000 Euro gesammelt. Die serbischen Veteranen haben das Geld unter sich aufgeteilt, je nach Bedarf.