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Blatter: "Totale Sicherheit gibt es nicht"

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Blatter: "Totale Sicherheit gibt es nicht"

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Die Bilder aus Port Said haben Schockwellen rund um den Globus geschickt. Vor allem die Welt des Fußballs zeigt sich vom Gewaltexzess an Ägyptens Mittelmeerküste schwer getroffen. FIFA-Präsident Sepp Blatter sprach von einem schwarzen Tag für den Fußball. Das Geschehene sei jenseits des Vorstellbaren, so Blatter in einem Telefoninterview:
 
“Das ist ein schwarzer Tag für den Fußball. Ägypten ist im Moment in einer sehr heiklen Situation, und wenn da irgendwo ein Funken sprüht und ins Feuer geht, dann kann so etwas passieren. Jeder Verband hat einen Verantwortlichen für die Sicherheit. Aber im Fußball gibt es so viele Emotionen, so viel Leidenschaft – eine totale Sicherheit kann man nicht gewähren.”
 
Was auch immer zur Katastrophe von Port Said führte, ob politische Kräfte im Hintergrund die Fäden zogen, wie vermutet wird –  Gewalt ist seit jeher ein Begleiter des Fußballs, und die Behörden und Vereine versuchen, mit allen möglichen Mitteln dagegen zu kämpfen. Eine Sisyphos-Arbeit.
 
Zu einer der schlimmsten Tragödien in der Fußballgeschichte kam es am 29. Mai 1985 im Brüssler Heysel-Stadion. Vor dem Finale um den Landesmeister-Pokal zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool stürmten Liverpool-Fans einen Teil des Stadions. Panik brach aus. Eine Wand gab nach, am Ende waren 39 Menschen tot, mehr als 450 wurden verletzt.
 
Mit Alkoholverboten rund um Austragungsorte versuchen viele Veranstalter, der Aggression potentiell gewaltbereiter Fans schon von vornherein einen Riegel vorzuschieben. In so gut wie allen wichtigen Stadien ist mittlerweile eine großflächige Überwachung mit Kameras an der Tagesordnung.
 
Wer nicht vorher schon als registrierter Hooligan vom Zutritt vom Stadion abgehalten wurde, muss sich teils strengen Zugangskontrollen stellen. Am Veranstaltungsort beobachten Sicherheitsmitarbeiter die Zuschauerränge und Aufenthaltsbereiche. Gerade allerdings wurde in Deutschland der Vorstoß, Gesichtsscanner einzuführen, abgelehnt. 
 
Doch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, trotz aller Bemühungen und millionenschweren Ausgaben – immer wieder kommt es zu Ausschreitungen, zu Gewalt, zu Verletzten und Toten.