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Fußball-Krawalle: Ägypten sucht Schuldige

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Fußball-Krawalle: Ägypten sucht Schuldige

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Nach den schweren Krawallen im Fußballstadion von Port Said haben sich in Kairo auf dem Tahrir-Platz Demonstranten und Al-Ahly-Fans versammelt. Es kam zu ersten gewaltsamen Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften.

Mindestens 70 Menschen sind in Port Said ums Leben gekommen und ganz Ägypten fragt sich, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte.

Augenzeugen erheben Vorwürfe, Sicherheitskräfte seien kurz vor Beginn des Gewaltausbruches aus dem Stadion abgezogen worden. Polizisten hätten nichts getan, um das Blutvergießen zu beenden.

Erste Konsequenz: der Gouverneur von Port Said wurde abgelöst und der Chef der Polizei verhaftet. Der Militärrat verkündete drei Tage nationale Trauer.

In Port Said fanden die ersten Begräbnisse statt. Ein Bewohner der Stadt meinte: “Die Täter kommen nicht aus Port Said, hier sind wir alle Brüder und würden niemals so etwas tun. Im Stadion waren Schläger am Werk.”

Das Drama von Port Said begann nach dem Schlusspfiff. Al-Masri hatte 3:1 gegen den Tabellenführer Al-Ahly gewonnen. Al-Masri Fans strömten ungehindert auf das Feld und jagten Al-Ahly-Spieler und Anhänger.

Überlebende schildern eine Menschenhatz: Fußballfans seien erstochen worden, andere seien erstickt oder totgetrampelt worden.

Laut dem Fanclub von Al-Ahly war die Attacke eine Racheaktion des alten Regimes. Bei der Revolution

waren Al-Ahly-Fans ganz vorne dabei.