Eilmeldung

Eilmeldung

Kampf um Unterwasserschatz: "Was zählt, sind Kulturwerte"

Sie lesen gerade:

Kampf um Unterwasserschatz: "Was zählt, sind Kulturwerte"

Schriftgrösse Aa Aa

Schlappe 200 Jahre unter Wasser, resistent gegen Finanzkrisen und Währungsreformen und glänzend wie am ersten Tag – 500 000 Gold- und Silbermünzen, müssen an Spanien zurückgegeben werden. Das entschied ein Berufungsgericht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

US-Tiefseeforscher der amerikanischen Spezialfirma Odyssey Marine Exploration hatten den Schatz im Wert von mehr als 350 Millionen Euro im Jahr 2007 in der Nähe der spanischen Küste bei Gibraltar gefunden, aus dem Atlantik getaucht und zur Wut der Spanier klammheimlich in die USA ausgeflogen – immerhin 17 Tonnen.

Admiral Gonzalo Rodriguez, Direktor des spanischen Schiffahrtsmuseums:

“Wir mögen das Wort Schatz nicht so, wir nennen es Kulturerbe. Wichtig sind nicht die Münzen. Sondern die Schiffahrtsgeschichte, die in diesen Wracks geschrieben wurde.”

Und die geht so:

Vermutlich sollte die spanischen Galeone “Nuestra Señora de las Mercedes” die Münzen von der spanischen Kolonie Peru ins Mutterland bringen. Kam aber dort nie an, weil die Fregatte südlich von Portugal von Briten angegriffen wurde, explodierte und sank.

Peru verfolgt die Angelegenheit mit Interesse. “Wir geben gerne auch einige Münzen an lateinamerikanische Museen ab,” sagte Spaniens Kulturminister José Ignacio Wert, “wir sind da völlig offen.”