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Wut und Trauer nach dem Massaker von Port Said

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Wut und Trauer nach dem Massaker von Port Said

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Die Fans von Al-Ahly wollten in Port Said ihre Mannschaft anfeuern, doch dann wurden sie angegriffen und fürchteten um ihr Leben. Ein junger Mann erzählt, dass sie nicht aus dem Stadion raus konnten, alle Türen seien verschlossen gewesen: “Ich habe Menschen gesehen, die auf den Stufen des Stadions waren und hinunter gestoßen wurden. Da war ein junger Mann namens Islam, er war 17 Jahre alt, er stand neben mir und dann lag er plötzlich am Boden, jemand hatte ihm mit einem Spieß ein Auge ausgestochen.”

Ein anderer Mann fordert: “Der Leiter der Sicherheitskräfte sollte zur Verantwortung gezogen werden. Und ich frage den Ministerpräsidenten Kamal al-Ganzouri: Was wenn jemand aus seiner Familie vom vierten Stock des Stadions hinuntergeworfen worden wäre? Wird er den Verantwortlichen der Sicherheitskräfte nur versetzen?”

Gestern Nacht kehrten Al-Ahly Fans in die Hauptstadt Kairo zurück. Sie wurden am Bahnhof von einer aufgebrachten Menge begrüßt, die Rache für die Ereignisse in Port Said und den Kopf des Chefs des Militärrats, Mohammed Hussein Tantawi, forderte.

Heute suchen viele verzweifelt nach ihren Angehörigen. Diese Mutter ist außer sich vor Sorge:

“Mein Sohn geht seit gestern nicht an sein Handy und ich weiß nicht, wo er ist. Ich denke an nichts anderes mehr. Mein Sohn heißt Ahmed al-Shabouri, filmen sie mich, vielleicht sieht er mich und meldet sich. Er ist 18 Jahre alt, bitte, bitte, helft mir ihn zu finden. Er kommt aus Kairo. Bitte helft mir meinen Sohn zu finden.”