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Putin-Gegner: "Wir wollen faire Wahlen"

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Putin-Gegner: "Wir wollen faire Wahlen"

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Zehntausende Menschen sind bei frostigen Temperaturen weit unter Null in Moskau auf die Straßen gegangen, um gegen die Präsidentschaftskandidatur von Ministerpräsident Wladimir Putin zu protestieren. Der will bei den Wahlen kommenden Monat erneut Staatsoberhaupt werden. Zweimal war er es schon, von 2000 bis 2008. Die Polizei sprach von rund 36 000 Putin-Gegnern in Moskau.

Ein Teilnehmer sagte, er sei zornig über das, was im Land geschehe, darum sei er hier. Er wolle nicht, dass die jungen Leute zu Hause blieben, Russland müsse leben und atmen.

Ein weiterer Mann sagte, das Gefühl kompletter Ungerechtigkeit in Politik und Wirtschaft habe ihn hergetrieben. 80 Prozent der russischen Wirtschaft würden dem weltweiten Wettbewerb nicht standhalten.

Wladimir Rizkow hat die Demonstration organisiert. Er meinte: “Wir fordern weiterhin neue, faire Wahlen, politische Reformen, die Rückkehr zu Demokratie und Freiheit sowie die Bestrafung derer, die für Fälschungen bei der letzten Wahl verantwortlich sind, angefangen beim Wahlleiter Tschurow.”

Unter den Anti-Putin-Demonstranten waren viele Bürgerrechtler und Intellektuelle sowie auch Oppositionspolitiker wie der ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow, der Politiker Grigori Jawlinski, dessen Kandidatur in diesem Jahr abgelehnt wurde, Boris Nemzow, einst Gouverneur der Provinz Nischni Nowgorod, und der mehrfach inhaftierte Links-Politiker Sergei Udaltsow.

Euronews-Korrespondent Alexander Schaschkow: “Laut den Organisatoren der Kundgebung “Für faire Wahlen” gab es solche Demonstrationen in über 100 weiteren russischen Städten.”