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Kongress der katholischen Kirche über Missbrauch

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Kongress der katholischen Kirche über Missbrauch

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Nach den zahlreichen Missbrauchsskandalen versucht die katholische Kirche nun, mit einem viertägigen Kongress das Problem anzugehen. Zu dem Treffen in Rom sind mehr als 100 Bischöfe, Ordensobere und Experten aus aller Welt angereist. “Heilung und Erneuerung” ist das Motto.

Monsignor Charles Scicluna, als “Anwalt der Gerechtigkeit” der römisch-katholischen Kirche für besonders schwere Delikte zuständig, meint, mit der Missbrauchs-Problematik werde die Kirche wohl immer konfrontiert sein. Das Wichtigste sei die Prävention, vor allem die Information, damit führende Mitglieder und Gemeinden auf solche Gefahren oder Pannen adäquat reagieren könnten.

Als einziges Missbrauchsopfer soll die Irin Marie Collins über ihre Erfahrungen berichten. Andere Opferverbände halten das Treffen deshalb nur für eine PR-Veranstaltung, weil nicht weitere Betroffene gehört werden. Collins selbst sieht das anders und spricht von einem Wendepunkt: Als Überlebende wünsche sie keinem Kind das, was sie selbst erlebt habe. Und so würden wohl die meisten Missbrauchsopfer empfinden. Deshalb sei dies eine extrem wichtige Veranstaltung, sowohl für die Kirche als auch für die Opfer – und insgesamt für die Zukunft.

Die Teilnehmer hatten die Empfehlung, vor dem Kongress in Rom Opfer privat anzuhören. Ein Versuch der Aufarbeitung und vielleicht Hilfe zur Prävention – doch manchen Opfern wäre eine unabhängige Untersuchungskommission lieber.