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Nach dem Veto: Diplomatisches Nachspiel für Syrien

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Nach dem Veto: Diplomatisches Nachspiel für Syrien

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Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien haben die USA ihre Botschaft in Damaskus geschlossen. Das amerikanische Außenministerium begründete die Entscheidung damit, dass die syrische Regierung trotz der verschlechterten Sicherheitslage zusätzliche Schutzmaßnahmen verweigert habe. Auf die US-Botschaft und andere hatte es Übergriffe gegeben.
 
Ganz abbrechen wollen die USA die diplomatischen 
Beziehungen aber nicht: Botschafter Robert Ford soll nun von Washington aus sein Amt ausüben.
 
Großbritanniens Außenminister William Hague rief seinen Botschafter aus Damaskus zu Beratungen nach London zurück. Im Unterhaus stellte er klar: 
“Das menschliche Leid in Syrien ist schon unvorstellbar, und es besteht die große Gefahr, dass es sich noch verschlimmert. Die Haltung von Russland und China hat dies leider noch wahrscheinlicher gemacht. Aber unser Land und unsere Verbündeten werden das syrische Volk nicht hängenlassen.”
 
Sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow reist an diesem Dienstag nach Damaskus, um Präsident Baschar al-Assad ins Gebet zu nehmen.
 
Russlands umstrittenes Veto im Weltsicherheitsrat verteidigte er: Sein Land habe nur um etwas mehr Zeit vor der Abstimmung gebeten, um mit Assad selbst zu sprechen. Einige der Kommentare aus dem Westen zu dem Votum seien schlichtweg “unanständig und grenzwertig hysterisch”. Er erinnere an ein Sprichwort: Wer ärgerlich würde, sei selten im Recht. Ein Konsens im Sicherheitsrat sei durchaus noch möglich.
 
China, das die Resolution ebenfalls blockiert hatte, bezeichnete den Entwurf als einseitig.
 
Die USA setzen nun auf weitere Sanktionen. Auch die EU verhandelt laut Diplomaten über eine Ausweitung ihrer Strafmaßnahmen.