Eilmeldung

Eilmeldung

Arbeitsmarktreformen in Spanien

Sie lesen gerade:

Arbeitsmarktreformen in Spanien

Schriftgrösse Aa Aa

In dieser Woche fallen in Spanien wichtige Entscheidungen zum Arbeitsmarkt. Die neue konservative Regierung unter Mariano Rajoy hat Reformen angekündigt, die angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen auch dringend nötig erscheinen. Arbeitsministerin Fátima Báñez will den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen stoppen.

Sie will den Firmen Entlassungen erschweren.

Seit 2008 die Immobilienblase platzte steigt die Arbeitslosigkeit. 2012 erreichte sie den Rekordwert von 5,2 Millionen Arbeitslosen

Im Ort Villacañas in der Nähe von Toledo in der Heimatregion von Don Quijote wurden 70% aller Türen für den spanischen Baumarkt gefertigt. Jetzt werden keine Häuser mehr gebaut, also auch keine Türen mehr gebraucht. Das machte auf einen Schlag 800 Leute arbeitslos. Arbeitssuche erinnert hier nun an Don Quijotes Kampf gegen Windmühlenflügel.

Raimundo García, der ehemalige Manager der Türenfabrik, erinnert an die Boomzeiten, als sie eine Million Türen pro Jahr verkauften. Aber dann platzte die Blase…

Seit Krisenbeginn 2008 haben 2,7 Millionen Spanier ihre Beschäftigung verloren. 55% davon waren in irgend einer Form mit der Baubranche verbunden.

Jugendliche brachen in den Boom-Zeiten ihre Ausbildung ab, weil auf dem Bau schnell viel Geld zu verdienen war. Das rächt sich jetzt.

In Villacañas haben von 100 Arbeitssuchenden 93 nur den untersten Schulabschluß. Also ist Nachsitzen unerlässlich. Zu den angekündigten Reformen der Regierung werden auch Regeln für die Berufsausbildung gehören. Regeln, die nachdrücklich auf ein lebenslanges Lernen orientieren sollen und auch die Unternehmen dafür in Pflicht nehmen.