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Die Schwächen von Maastricht

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Die Schwächen von Maastricht

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Angesichts der Schuldenkrise, des Griechenland-Debakels und der Debatte um einen Fiskalpakt ist der Maastrichter Vertrag heute fast vergessen.

Joachim Bitterlich, einst außenpolitischer Berater des deutschen Kanzlers Helmut Kohls, sagte uns zur derzeitigen Lage: “Es ist richtig auf der einen Seite, dass wir Schulden sanieren müssen. Wir haben die Schuldenkrise als Kern dieser Krise unterschätzt, jahrelang. Auf der anderen Seite müssen wir auch daran denken, wie beschaffen wir der Wirtschaft das notwendige Futter? Nämlich Wachstum – Wachstum, das widerum Arbeitsplätze schafft.” Der 1992 unterzeichnete Vertrag war der größte Schritt zur europäischen Integration. Eng verknüpft damit ist die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion. Bitterlich zu den Geburtsfehlern von Maastricht: “Die Schwäche Maastrichts lag irgendwo anders, das war damals die berühmt-berüchtigte französisch-deutsche Diskussion um das ‘gouvernement economique’, um die Wirtschaftsregierung.” Eine solche gibt es bis heute nicht. Trotzdem wurde bereits zehn Jahre nach Maastricht der Euro in elf EU-Staaten als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.