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Eiseskälte in Europa

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Eiseskälte in Europa

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Europa friert. Und die Ukraine friert derzeit am schlimmsten. Bei Temperaturen bis minus 30 Grad sind schon mehr 130 Menschen ums Leben gekommen. In die Krankenhäuser werden immer mehr Patienten mit Erfrierungen eingeliefert. Viele davon sind Obdachlose wie Vasyl, der normalerweise seinen Lebensunterhalt mit Hilfsarbeitet fristet. Von dem Geld, das er dafür bekommt, zum Beispiel für das Ausladen von Containern, kauft er sich Wodka. So auch, als die Kölrewelle begann. Und die trügerische Wärme, die der Alkohol erzeugt, hat ihn letztlich mit erfrorenen Fingern und Zehen hierher gebracht.

In Kiew kritisiert der Kommunalpolitiker

Olexiy Davydenko den regierungsoffiziellen Umgang mit dem Kälteproblem. Er sagt: “Die geben keinen offizellen Zahlen der Kältetoten heraus, um nicht verantwortlich gemacht zu werden.” Und dann verlangt er eine Untersuchung, bei der Verantwortung klar zugeornet werden müsse.

Verantwortlich für die Bibber-Kälte in Deutschland ist das kleines Hoch über der Ostsee: “Dieter Nr. 2”, das sich vom russischen Hoch “Dieter

Nr. 1” abgespalten hat. Dabei liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz noch im milderen Bereich. Wieviele Menschen bei dieser Kältewelle schon ihr Leben verloren haben, kann nur ungefähr angegeben werden. Noch kommen in jeder Frostnacht weitere dazu.

Omar Baddour von der Welt-Wetter-Organisation WMO sagt noch zwei bis drei so extreme Kältewochen voraus, ehe es zum Monatsende dann etwas milder werden kann.

Wenn die Temperaturen fallen, steigt natürlich der Stromverbrauch. Besonders extrem in Frankreich, wo die Vermarktung des Atomstrom seit Jahrzehnten Priorität hat. Fast 80% der Elektroenergie wird so erzeugt. Darum betont auch Francois Boulet, der Verantwortliche CORESO in Brüssel – einer Art EU-Netzagentur – die französische Besonderheit. Wegen seiner vielen Elektroheizanlagen sei Frankreich besonders anfällig bei extrem tiefen Temperaturen.

Diese Familie in Lyon – nur wenige hundert Meter vom euronews-Sendezentrum entfernt – bekommt das gerade am eigenen Leibe zu spüren. Seit zehn Tagen ist die elektrische Heizung in der Siedlung aus Sozialwohnungen ausgefallen.

Deutschland ist wegen seines Anteils an Wind- und Sonnenenergie von solchen Auswirkungen verschont geblieben. Dort bewähren sich die erneuerbaren Energiequellen als Mittel für Versorgungssicherheit.


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